Freitag, 9. April 2010

"Ich-habe-kein-fickendes-Auge"-Hirsch

Der von mir sehr geschätzte und hochverehrte Volker Strübing war im vergangenen Jahr mit der Moderatorin Patricia Schäfer (Wer zur Hölle ist...?) auf dem Mississippi unterwegs, um die Südstaaten der USA zu erkunden und daraus eine 3-teilige Doku-Reihe für 3sat zu drehen. Vor zwei Jahren hatte er schon mal ein ähnliches Projekt, bei dem er mit Kirsten Fuchs durch den Nordatlantik fuhr. Damals hieß das ganze "Nicht der Süden" und war vielleicht eines der schönsten Dinge, die ich seit laaaangem im TV gesehen hatte.
Nun zeigte 3sat über Ostern die Serie "Mister & Missis.Sippi" bei der Strübing nicht nur einer der Protagonisten, sondern auch einer der Regisseure war. Aber ganz ehrlich, an "Nicht der Süden" reichte die neue Serie nicht ran. Zwar waren die Eindrücke, die man von den Südstaaten bekam super, aber zufrieden bin ich dennoch nicht. Das liegt vor allem an dieser merkwürdigen Patricia Schäfer. Irgendwie bekomme ich in letzter Zeit immer wieder das Gefühl, dass Deutsche, die für eine zeit lang in den USA lebten und Amerikanistik studierten, einen an der Waffel haben. Unter einer Maske aufgesetzter "Lustigkeit" versteckt das Exemplar Schäfer lediglich ihre Spießigkeit und generelle Nichteignung für Abenteuertrips jeglicher Art. Besonders deutlich wurde das in den Filmen dann, wenn sie betonte wie wenig ihr fehlende Dusche und Toilette doch ausmachen oder wie merkwürdig sie Volker manchmal finde.
Tja, und Volker Strübing wurde und wird ja immer wieder für seine liebe, unaufdringliche Art und seinen sympathischen Humor gelobt. Zu recht. ABER: in "Mister & Missis.Sippi" stand er mir einfach zu sehr im Hintergrund. Das war mir wirklich zu viel Zurückhaltung und sicher der Grund, warum er seinen spezifischen Humor kaum entwickeln konnte. Gut, mag man jetzt sagen: "Das liegt alles am Schnitt." Das wird sicher auch eine Rolle gespielt haben, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass Strübing und Schäfer froh waren, als es vorbei war und beide wieder getrennte Wege gehen konnten. Andeutungen in diese Richtung kamen in allen drei Teilen zur Genüge vor - kann aber auch inszeniert gewesen sein.
Auf jeden Fall waren die beiden kein stimmiges Paar und man hat sich beim Gucken ständig Kirsten Fuchs zurückgewünscht, die sich in Sachen Charakter und Humor spitzenmäßig mit Volker Strübing ergänzt. Sei's drum, vielleicht wird es irgendwann wieder eine Serie mit den beiden geben. Wie wahrscheinlich das ist? "I've no fuckin' eye deer."

Kommentare:

Anne hat gesagt…

ja - diese patricia hat keinen so recht überzeugt. die kirsten war eher das robuste naturweib, das da von nöten gewesen wäre.
von der patricia hab ich übrigens eben gerade einen beitrag beim zdf mittagsmagazin gesehen. über die rekordverschuldung von manchester united und den plan der fans, den verein zusammen mit londonder wirtschaftsheinis für eine milliarde pfund zu übernehmen.

Clark Nova hat gesagt…

darüber gab es vor einiger zeit auch nen artikel in der FAZ.

fußball fürs volk(er) hat gesagt…

ihr seid ja so informiert

Clark Nova hat gesagt…

stimmt.