Dienstag, 27. April 2010

Apokalypse: Ende und Anfang

Als ich gestern die "Offenbarung des Johannes" las, wurde es allmählich immer dunkler um mich herum. Das angekündigte Gewitter, auf das ich mich schon den ganzen Tag gefreut hatte, zog auf.
Seit meiner Kindheit bin ich ein Gewitterfan. Ich unterbrach die Uni-Lektüre (Seminar: Literatur der Apokalypse) und ging ans geöffnete Küchenfenster. Ich schaffte es gerade noch mir eine Zigarette anzuzünden, bevor das Schauspiel begann. Eine Mutter rannte mit ihrem Kind die Straße hinab, um dem immer heftiger werdenden Regen zu entkommen. Als schließlich erbsengroße Hagelkörner auf die Erde niederschlugen, zerriss es einem Rentner den Schirm.
Ich stand ganz ruhig da und genoss die Kraft der Natur. Und dann schwirrten lauter Songs durch meinen Kopf:
Danach bin ich zur Post gefahren, die natürlich total überfüllt war. Ich stellte mich in die Schlage und hatte immer noch ein Pfeifen auf den Lippen. Viele entnervte Gesichter sahen mich merkwürdig an. Meine gute Laune hob sich dadurch irgendwie noch mehr.

Dann folgende Szene:

Mutter, Kind und Freundin von Mutter am Briefmarkenautomaten. Mutter mit zwei Päckchen (groß und klein) in der Hand. Kind quängelt.
Die Mutter drückt dem Kind zur Beschäftigung das kleine Päckchen in die Hand und sagt: "Das ist jetzt deins. Pass gut drauf auf." Das Kind ist erstmal zufrieden und tappst mit dem kleinen Päckchen durch die Postfiliale. Inzwischen komme ich an die Reihe...
Als ich die Filiale verlassen will, sehe ich im Foyer Mutter, Kind und Freundin von Mutter. Die Päckchen wurden mittlerweile adressiert, frankiert und eingeworfen. Sie waren also weg.
Das Kind heult: "Das waaaa meinäää! U-Weäääh!!"
Die Mutter versucht zu trösten/abzulenken: "Willst du ein Brötchen haben?"
Antwort: "Das waaa meinääää!"
Die Mutter erneut: "Möchtest du ein Brötchen haben?"
Das Kind (unter heulen): "Jaaahaaaa..."

Herrlich. Aber das Beste: Das Geheul der Kleinen hat alle gestressten Postkunden genervt. Mich nicht. Ich fand die Szene süß und bin mit einem Grinsen im Gesicht weitergefahren.

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