Dienstag, 31. März 2009

Pariser Tagebuch II

28|02|09

Die Exkursion beginnt. Die gesamte Mannschaft trifft sich Punkt 9 Uhr am Place des Victoires. Das Frühstück in der Herberge zuvor fällt karg aus. Eine zerknitterte ältere Dame, die wir in den Folgetagen „Hedwig“ (Ädwiisch) taufen, bedient professionell den Kaffeeautomaten. Ich weiß nicht, ob man uns eine derart banale Aufgabe nicht zutraut, aber Hedwig verrichtet sie mit höchster Konzentration und Hingabe. Wenn man nur ein paar Brocken französisch zu ihr herüberstolpert, zaubert man ein Grinsen auf das faltige Gesicht und man bekommt, was man will: Kaffee, Tee oder doch einen Kakao?
Hedwig ist der Höhepunkt des Frühstücks – auch in den Folgetagen, denn außer steinhartem Baguette, Marmelade und Müsli gibt es nichts. Ich weiß, dass mein Magen sich spätesten gegen 11 Uhr wieder melden wird. Bis es soweit ist, plaudern wir mit dem Dozenten über unsere Anreise und den Platz auf dem wir uns befinden. Ehrenhof für Ludwig XIV. Dann Revolution. Hausmannisierung, später Modeboutiquen und heute schließlich der Heimatort des Deutschen Forums für Kunstgeschichte in Paris. Doch dazu später mehr.
Wir machen uns auf den Weg durch die Pariser Passagen und können gar nicht anders, als immer wieder mehr oder weniger passende Vergleiche zu den Passagen Leipzigs zu ziehen. Der auffälligste Unterschied ist zunächst der Zustand. In Paris kümmert seit der Renovierung der Durchgangswege vor ca. 20 Jahren niemand um deren Erhaltung. Der Putz bröckelt, die Stahlträger rosten, die Glasscheiben sind verdreckt. So erinnern sie in ihrer Erscheinung unfreiwillig an die Zeit ihrer Entstehung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Weil die Fußwege zu schlammig, zu heruntergekommen waren, legte man die Passagen an, um dem Leben der Flaneure einen angemessenen Platz einzuräumen an dem sie sich ihre Stiefel nicht beschmutzten. Hier zeigt sich ein wesentlicher Unterschied zu den Leipziger Passagen, die ihrem Ursprung nach überdachte Hinterhöfe der Messehäuser sind.



In den Passagen Paris’ traf man sich hingegen zur Pflege gesellschaftlicher Kontakte, was freilich auch nur eine Mode war. Heute finde sich in den Passagen kleine Geschäfte und bisweilen ein Hotel. Wie z.B. das kleine Hôtel Chopin, in dem man am besten noch heute eines der 36 Zimmer reserviert, wenn man in ca. acht Jahren vor hat dort zu übernachten. Für ein ordentliches Frühstück wäre ich fast bereit diese Wartezeit auf mich zu nehmen. Es ist mittlerweile 11 Uhr.


Wir stehen gegenüber einer kleinen Buchhandlung und reden über André Breton, Louis Aragon und die anderen Surrealisten, welche sich gern in den Passagen herumtrieben, weil sie Montmartre und Montparnasse verachteten. Es wird aus Der Pariser Bauer und anderen Quellen zitiert, aber ich habe längst etwas Interessanteres entdeckt. Vor dem Buchladen erscheint ein Fensterputzer, der uns beiläufig mustert, seine Leiter der Fassade anlegt und seine Arbeit beginnt. Ruhig und konzentriert wischt er erst mit einem nassen Tuch über das Glas um dann das Wasser sorgfältig aber schwungvoll abzuziehen. Die Bewegung wirkt fast so, als wäre der Mann neben seiner Tätigkeit als Fensterputzer auch der beste Crêpes-Bäcker der Stadt. Vielleicht rührt dieser Eindruck aber auch nur von meinem knurrenden Magen. Während ich allerlei über Flaneure und Surrealisten höre, beobachte ich den Mann genau und stelle mir vor, wie er mit seiner Arbeit das teilweise jämmerliche Bild der Passagen etwas zurechtrücken möchte.


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Den Nachmittag verbringen wir im Musée Rodin, unweit des Invalidendoms (Foto). Das Gebäude war früher das Hôtel Biron, ein Hôtel particulier, in dem der Künstler von 1907 bis zu seinem Tode 1917 lebte und arbeitete. Auch Rainer Maria Rilke lebte eine zeitlang hier, als Privatsekretär Rodins.


Neben zahlreichen Werken ist im Haus auch die Privatsammlung des Künstlers zu sehen, in der sich auch das Portrait des Père Tanguy von Vincent van Gogh befindet. Vor ihm verbringe ich mehr Zeit, als vor jedem Gipsmodell oder jeder Zeichnung Rodins. Unser Schwerpunkt liegt ohnehin nicht bei den Werken im Haus, sondern auf zwei Bronzeskulpturen, die sich im Garten befinden.
All die phrasenhaften Lobhudeleien über einen der Wegbereiter der Moderne sind bekannt und berechtigt, wenn man einen Blick auf Die Bürger von Calais wirft. Für mich ist es eine der schönsten und bedeutendsten Skulpturen der gesamten Kunstgeschichte. Vor allem, wenn man sich vor Augen hält, dass sie als Denkmal geschaffen wurde. Rodins Absage an den Sockel, eine Figurengruppe ohne Interaktion, mit höchster Anonymität, Verzweiflung, Dynamik – genial. Die Diskussion darüber ermüdet mich indes. Ich habe mich wahrscheinlich schon zu oft mit der Plastik auseinandergesetzt. Ich möchte sie lieber schweigend genießen.



Ähnlich geht es mir zunächst beim Denker. Das ist eines dieser Kunstwerke, zu dem die Touristen in Scharen strömen, in aller Eile ein Foto schießen, davor posieren, noch ein Foto schießen und dann weiterhetzen. Wäre ich nicht mit der Exkursionsgruppe unterwegs gewesen, hätte ich es sicher nicht anders gemacht, nur das Posieren weggelassen. Was das für ein schwerer Fehler gewesen wäre, zeigt die Diskussion. Wir prüfen die Skulptur haarklein auf ihre Allansichtigkeit und machen eine erstaunliche Entdeckung. Betrachtet man den Denker nicht frontal, sondern schräg von hinten rechts, offenbart sich ein verblüffendes Zitat. Rodin arbeitet in seinen Denker den Torso von Belvedere ein und verweist damit auf eine Traditionslinie aus der Antike, welche für die Moderne immer noch eine Relevanz hat.
Uns alle beschleicht ein Hochgefühl. Wir haben hier etwas in der Gruppe erarbeitet, dass sogar unseren Dozenten in Staunen versetzt. Während die Touristen weiter ihre Frontalfotos machen, wollen wir uns gar nicht mehr vom Fleck rühren. Doch wir müssen, denn nun kommen auch die Touristen auf die Idee, einmal um die Bronze herumzugehen. Als sie an der Stelle stehen bleiben, die uns so offensichtlich begeisterte, runzeln nicht wenige die Stirn und blicken verwundert in unsere Richtung.


Der Denker ist übrigens ursprünglich keine Einzelplastik, sondern ein zentrale Bestandteil von Rodins Höllentor. Vor diesem muss man gestanden haben, denn Worte können eine solche Perfektion kaum wiedergeben. Ich kannte das Tor vor der Fahrt nach Paris nur von Fotos. Ich bin umso beeindruckter, als ich davor stehe und glaube direkt in das von Dante beschriebene Inferno zu blicken. Ich schwöre, das Tor ist lebendig!


Zum Abschluss des ersten, anstrengenden Tages, werfen wir noch einen kurzen Blick auf Rodins Balzac-Skulptur. Wir stehen und sehen und sehen nicht mehr richtig und kommen einfach nicht darauf, was uns an dieser Plastik so irritiert. Ein Denkmal für Honoré de Balzac also? Naja, ganz schon unimposant so ein Dichter im verlotterten Morgenmantel. Aber was soll’s… Wie? Was? Nee, wirklich? Is’ nich wahr… Tatsache, wenn man genau hinsieht (und es weiß), erkennt man, dass Balzac sich unter dem Mantel einen runterholt. Nun ja, Feierabend für heute.

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Da das Wetter an diesen Tag so herrlich ist, beschließe ich vom Musée Rodin noch einen kleinen Abstecher zum Eiffelturm zu machen. Denn kann man von hier aus in 15 Minuten bequem zu Fuß erreichen.






Donnerstag, 26. März 2009

Pariser Tagebuch I

27|02|09

Schwarz zu blau. Peter Fox’ Stimme klingt mir noch in den Ohren, als wir Kaiserslautern erreichen. Seit einer Stunde rasen wir mit 306 km/h im ICE aus Mannheim gen Paris. Eine ziemlich wackelige Angelegenheit, aber die Toiletten sind im Gegensatz zu den mit besser bekannten Regionalbahnen der reinste Luxus.
Um 22:55 Uhr verließen wir am Vorabend Leipzig. Wir, das sind Karen, Janine, Josephine, Marijana, Aline und ich. Eine Gruppe angehender Kunsthistoriker auf dem Weg die Werke der Avantgarde von 1900 bis 1968 im Original zu studieren. Wenn man mit so vielen Frauen reist, hat man stets bekannte Gerüche von Cremes, Parfum und frisch gewaschenen Haaren um sich herum. Das tröstet nicht über die Abwesenheit der eigenen Freundin hinweg, hilft aber sich nicht allzu fremd in einer fremden Stadt zu fühlen.
Gegen 9:40 Uhr werden wir unser Ziel erreichen. Dann wird die Nacht endgültig hinter uns liegen und wir stürzen uns mit mehr oder weniger guten Sprachkenntnissen in die Straßen der französischen Hauptstadt. Vor uns liegen anstrengende Tage, für die wir in der Reisenacht keine Kraft sammeln konnten. Bis Mannheim reisten wir in einem Nachtzug zweiter Klasse. Das bedeutet, nicht in einem Liegewagen zu übernachten, aber immerhin in einer Art Schlafsessel, der auf der englischen Informationskarte als Sleeperette bezeichnet wird. Ich muss kurz lachen. Der Name erinnert mich eher an Damenhygieneartikel, als an einen Schlafsessel. Die Sleeperetten sind bequemer als normale ICE-Sessel zweiter Klasse. Man schläft dennoch nicht sehr erholsam auf ihnen. Immerhin knapp drei Stunden sind uns vergönnt, in denen wir immer wieder vom An- und Abkoppeln andere Wagons, dem Rasseln der Klimaanlage oder dem Schnarchen anderer Fahrgäste geweckt werden. Ich versuche mich in meinem halbschalenförmigen Sitz, der an futuristische Raumschiffausstattung erinnert häuslich zu fühlen, mich abzuschotten wie in einem Kokon und meine Umwelt zu ignorieren.
Den Tagen in Paris sehe ich jetzt bedeutend gelassener entgegen, als noch wenige Tage vor Reiseantritt. Dennoch bleibt meine Freude gedämpft. Wir kamen nicht um Urlaub zu machen. Vor uns liegt ein auf neun Tage komprimiertes Seminar, dessen Führungsstil die meisten von uns kennen.

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Nach der Ankunft im BVJ Louvre verstauen wir unsere Koffer im Gepäckraum. Die Zimmer können wir erst am Nachmittag beziehen. Wir wussten das vorher und sind uns einig den freien Tag für das obligatorische Touristenprogramm zu nutzen. Halb Paris an einem Tag.
Zuerst spazieren wir von der Herberge, die, wie der Name schon sagt, in unmittelbarer Nähe zum Louvre liegt, über die Pont Neuf zur Île de la Cité um uns die altehrwürdige Notre Dame de Paris anzusehen. An diesem ersten Tag spricht noch mehr der Tourist, als der Kunsthistoriker aus mir. So kann mir die Kathedrale zwar mit ihrer Fassade imponieren, die Innenausstattung hingegen ist wenig spektakulär. Ich war im Laufe meines kurzen Lebens in vielen gotischen Kathedralen. Es ist (natürlich) eine ständige Wiederholung, egal in welcher Stadt das Bauwerk steht. Jesus und Maria, Jesus und die Apostel, Maria und werauchimmer. Ich sollte vorerst eine Gotik-Pause einlegen.


Danach kann ich die Mädels dazu überreden mir auf den Cimetière du Père Lachaise zu folgen. Wir nehmen uns die Zeit einen ausgedehnten Totentourismus zu betreiben und fotografieren die Gräber von Ingres, Delacroix, Gericault und Max Ernst. Natürlich pilgern wir auch zu den Ruhestätten von Oscar Wilde und Jim Morrison. Deren Verehrung nimmt bisweilen groteske Züge an. Auf Morrisons Grab liegt u.a. eine Dose Guiness. Das Grabmal Wildes ist mit roten Kussmündern übersäht. Ist der Dandy des späten 19. Jahrhunderts auch im 21. noch eine Sexikone? Es sieht ganz danach aus. Doch diese Verehrung ging bisher an mir vorbei.




Wir werden immer routinierter im Benutzen der Metro und rasen bis zum Fuß des Butte Montmartre auf dessen Gipfel sich stolz und wunderschön Sacré-Cœur erhebt.


Von hier oben hat man den schönsten Blick über die gesamte Stadt. Wir lassen die Touristenmassen auf den Stufen der Basilika zurück und treiben durch das Viertel. Natürlich ist Montmartre von Touristen überlaufen. Aber so ist das nun mal. Ich kann mich nicht beschweren, ich bin selbst Tourist, kann aber dennoch einen Teil der alten Atmosphäre spüren. Nichts ahnend stehe ich auf einmal vor dem Bateau-Lavoir (dt. „Waschboot“), der Geburtsstätte des Kubismus. Hier lebten und arbeiteten vor allem Pablo Picasso und Max Jacob. Aber auch Guillaume Apollinaire, Georges Braque und Henri Matisse gingen hier ein und aus – wie man so schön sagt. Nachdem das Haus 1970 durch einen Brand zerstört wurde, erinnerte heute noch ein Schaufenster an der Fassade an den Ort, an dem für viele Kunstliebhaber die moderne Avantgarde begann.













Am Abend kehren wir in unsere Herberge zurück und beziehen die spartanischen Zimmer. Bewertungen von Backpackern und anderen ehemaligen Gästen ließen das schlimmste befürchten. Ich bin jedoch zufrieden. Das Zimmer ist sauber und reicht zum Übernachten vollkommen aus. Es treibt uns ohnehin auf die Straßen. Wir wollen Paris sehen und gehen den kurzen Weg zum Louvre. Wahrscheinlich war ich zuletzt als Kind beim Anblick des festlich geschmückten Weihnachtsbaumes so beeindruckt von etwas Erleuchtetem. Die Fassaden des Baus wirkten bei Tageslicht klassizistisch-normal. Erst am Abend bekommen sie durch das orange Licht ihre Atmosphäre. Wir sehen auch den erst erleuchteten, dann sogar glitzernden Eiffelturm und verlieren unsere kindliche Touristenfreude. Der Turm ist außerhalb Europas nicht mehr nur das Symbol für den Kontinent schlechthin; nachts ist er mit seinen tausenden blinkenden und funkelnden Lämpchen die Kitschikone einer Nation.


Mittwoch, 25. März 2009

Plaquekate

Paris und die Avantgarden - das bedeutet auch eine Auseinandersetzung mit den Affichisten. Diese sogenannten "Plakatabreißer" benutzen die Methode der Décollage um mit Plakatfetzen Bilder zu schaffen. Ein nicht unerheblicher Streitpunkt ist dabei immer wieder der Aspekt des Zufalles. Die Vertreter der Affiches lacérées, allen voran Jacques Villeglé betonten immer wieder die zufällige Auswahl und Zusammensetzung ihrer Werke. Ich bin da allerdings sehr skeptisch.

Vielleicht bildet sich jeder ein eigenes Urteil, nachdem er die beiden unten stehenden Fotos mit dem verlinken Villeglé verglichen hat. Die Bilder entstanden in den Gängen der Metrostation Franklin-D. Roosevelt.



Freitag, 20. März 2009

Wollt ihr die totale Hose?

Nach dem, von Bild unterstützen Volks.Kredit, gibt es bei KiK nun auch die Volks.Jeans für jedermann. Für deren Werbung wurde mit Britt Hagedorn auch eine volkswirksame "Eine-von-uns-Prominente" engagiert. Ich frage mich nun, ob dahinter einfach nur eine löbliche Sozialidee steht, oder ob mich die Aktion an etwas anderes erinnert...
Na egal, ich hoffe die Bild macht weiter damit und arbeitet in Zukunft auch mit Saturn und MediaMarkt zusammen. Mein Radio ist kaputt und ich könnte einen neune Volks.Empfänger gebrauchen.

Donnerstag, 19. März 2009

Neulich in Paris

Das im Zuge der Weltausstellung 1937 errichtete Palais de Tokyo beheimatet heute nicht nur das Musée d'art moderne de la Ville de Paris (furchtbarer Name, aber eine schöne Sammlung), sondern ist auch ein beliebter Campingplatz für die Gescheiterten der Stadt.
Ich möchte nicht geschmacklos erscheinen, daher eine kurze Erklärung: Wenn man 10 Tage nichts weiter sieht als Kunst und sich so intensiv wie nur möglich damit auseinandersetzt, wird man zwangsläufig betriebsblind. Daher sei es mir verziehen, wenn ich beim Anblick dieses Obdachlosenlagers sofort an eine Installation des kanadischen Künstlers Jeff Wall dachte.


Hier der Vergleich: Jeff Wall - Destroyed Room.

Montag, 16. März 2009

Die Buchmesse ist vorbei...

...und ich will es kurz machen mit dem Resumé.

Im Großen und Ganzen war es das Gleiche wie jedes Jahr. Man fährt zur Neuen Messe drängt sich mit tausenden Leuten durch die Hallen und bekommt hin und wieder ein Buch geschenkt, weil man einen Presseausweis um die Hals baumeln hat und/oder interessiert tut oder sogar interessiert ist. Überteuerte Imbisspreise sind genauso selbstverständlich wie Gespräche über die Wirtschaftskrise und den traditionellen Bücherklau.
Mit letzterem Thema ging vor allem der S. Fischer-Verlag sehr offensiv um. War das Sarah Kuttner-Regal am Donnerstag noch prall gefüllt, klebte am Sonntag nur noch ein Zettel in den leeren Fächern: Das meistgeklaute Buch der Messe 2009! Wegen Mangel an Exemplaren sind die letzten beiden festgeklebt! Die letzten beiden Mängelexemplare wurden dann auch von einer Horde Leute interessiert betastet. Es war kein Scherz, die Dinger waren bombenfest fixiert. Leider hatte ich keinen Fotoappart dabei, aber ich konnte das Buch noch am Donnerstag in die Hand nehmen und den Klappentext lesen. Der fasst die Story sicher ganz gut zusammen und erspart einem die Lektüre.

Außerdem gab es in vier Tagen eine Menge Lesungen auf der Messe und in der Stadt. Ich hab in diesem Jahr kaum einen Überblick davon gehabt, weil ich vor allem EDIT-mäßig unterwegs war. Leider waren hier oft nicht so viele Zuhörer, wie sie die Autoren verdient haben. Vor allem unser schottischer Gast Tim Turnbull ist kultverdächtig.

Ansonsten war meine Buchmesse eher Volker Strübing-lastig. Freitag die Vorstellung vom Buch bzw. der Serie "Nicht der Süden" zusammen mit Kirsten Fuchs (ab Donnerstag 3sat gucken!) und am Sonntag das "Best of Berliner Lesebühnen" zusammen mit Micha Ebeling, Ahne und Spider. Ersteres war toll, letzteres enttäuschte etwas. Irgendwie schienen die Herren nicht so ganz gut drauf gewesen zu sein. Im Ganzen aber trotzdem schön.


Ich empfehle folgende Neuerscheinungen:
  • Andreas Stichmann - Jackie in Silber (Erzählungen, Mairisch Verlag)
  • Nils Mohl - Ich wäre tendenziell für ein Happy End (Stories, Plöttner Verlag)
  • Blixa Bargeld - Europa kreuzweise (Eine Litanei, Residenz Verlag)

Zum Abschluss gibt es hier noch einen Artikel zur Leipziger Buchmesse 2009 aus der FAZ.

Donnerstag, 12. März 2009

Wir sind nicht allein - Die Leipziger Buchmesse 2009

Heute beginnt einmal mehr die Leipziger Buchmesse, die ja eigentlich mehr ein Lesefest, als eine Messe ist. Aus diesem Grund lege ich euch vor allem die Veranstaltungen der Literaturzeitschrift EDIT - Papier für neue Texte ans Herz.


12.03.2009 - 20 Uhr - Connewitzer Verlagsbuchhandlung

EDIT global 1 - Zwei Autoren lesen aus ihrem Reisegepäck.
Thøger Jensen (Dänemark) und Paul Bogaert (Belgien) lesen vor. Choleda Jasdany spricht die deutschen Texte und Jan Kuhlbrodt moderiert mit Benno Zabel.

12.03.2009 - 20:30 Uhr - Werk II

die zukunft hat ein altes herz - EDIT trifft Virginia Jetzt! im Lesemusikzimmer
Klara Lakomy (Berlin), Andreas Stichmann (Berlin, mairisch-Verlag) und Jan Böttcher (Berlin, rowohlt-Verlag) lesen vor. Thomas und Nino von Virginia Jetzt (Berlin) spielen.

12.03.2009 - 23:30 Uhr - Moritzbastei (Lange Leipziger Lesenacht)

Die Dunkelheit in den Regalen - EDIT packt aus: Lieblingstexte aus drei Ausgaben
Hannes Becker (EDIT48), Franz Friedrich (EDIT47) und Henning Ahrens (EDIT39) lesen vor. Ulrike Almut Sandig moderiert.


13.03.2009 - 18 Uhr - SKALA

EDIT global 2 - Es lebt!! Spoken Word Poetry in translation
Els Moors (Belgien), Paul Bogaert (Belgien) und Tim Turnbull (Schottland) lesen vor. Norbert Lange liest seine Übersetzungen von Turnbulls Texten.


14.03.2009 - 12 Uhr - Leseinsel Junge Verlage (Messehalle 5, Stand E200)

Du bist nicht allein - Nachrichten vom Gemeinschaftstand der Jungen Magazine
Els Moors (EDIT), Crauss (Kritische Ausgabe), Axel von Ernst (sprachgebunden), Udo Grashoff (plumbum), Mirko Wenig (SIC), Adrian Kasnitz (SIC), Clara Ehrenwerth (BELLA triste), Jinn Pogy (Lauter niemand) und Michaela Vieser (polar) lesen vor. Marcel Maas (BELLA triste) moderiert.

14.03.2009 - 15 Uhr (open end) - mzin-Magazineladen

Wir sind nicht allein-Lounge - Die Jungen Magazine laden ein
Die Redakteure und Redakteurinnen junger Literaturmagazine servieren Popcorn und beantworten alle Fragen, die ihnen gestellt werden.


Gestern legten bereits Martin Beyer, Sandra Trojan und vor allem Verena Roßbacher im Café Telegraph ordentlich vor. Die drei, noch relativ aber hoffentlich bald nicht mehr unbekannten Autoren, lasen aus ihren druckfrischen Büchern.

Ein paar Eindrücke und/oder Berichte von der diesjährigen Messe folgen...

Montag, 9. März 2009

Europa, deine Hauptstädte II


Zurück aus Paris, hier ein erster Eindruck von der Stadt, für die das Metro-System doch sehr charakteristisch und von zentraler Bedeutung ist. Man bewegt sich hier nämlich hauptsächlich zu Fuß oder eben per U-Bahn. Das Liniennetz ist sehr dicht, was zur angenehmen Folge hat, dass immer eine Metrostation in der Nähe ist. Busse und Taxis schienen mir in den 10 Tagen meines Aufenthalts sinnlos. Der Straßenverkehr ist einach viel zu dicht um effektiv und schnell vorwärts zu kommen.
Natürlich gibt es in Paris noch mehr zu sehen, als die Gänge der Metro. In nächster Zeit werden daher immer wieder Eindrücke meiner Reise hier veröffentlicht.